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Werkstatteinsatz am 31. Juli 2010 im Rottweiler Dampflokdomizil der EFZ[letzte Änderungen: 05. August 2010]
Seppl´s Hauptuntersuchung: Arbeitstag Nr. 527.596
KAPITEL 1: Der Vormittag
An diesem historischen Arbeitstag war es endlich soweit. Ein neuer Rohrsatz sollte in die Lok eingezogen werden. Also wurde Seppl, wie er liebevoll vom EFZ-Stammpersonal genannt wird, auf Gleis 42 bereitgestellt.
Das Rohrsatz-Abholkommando, bestehend aus T.S. und K.S., transportierte bereits am Vortag die neuen Kesselrohre von Darmstadt nach Rottweil. Sie waren aber zunächst nicht für das Einschieben der Rohre zuständig. Vielmehr galt es den HWs (Holzwürmern), dem Seppl die "Wohnstube" zu verschönern, indem sie einen neuen Holzboden einbauten. Hier sehen wir T.S. beim Zuschneiden der Bodenbretter...
... während K.S. diese auf dem Führerstandsboden verlegte:
Nachdem nun das Rohrsatz-Einschubkommando vollzählig eingetroffen war, ging es ans Eingemachte. Zuerst wurden die feuerbüchsseitigen Rohrenden durch M.T. abgebürstet.
Um die "Lipf"-Wege gering zu halten, wurde der Transporter unmittelbar vor Seppl gefahren. Hatten wir ein Glück, dass die Rohre richtigherum auf den Transporter geladen wurden, da eine Drehfahrt nicht auf unserem Programm stand.
Derweil ging es in der Fußbodenabteilung zügig voran. Die Fertigstellung lag in den letzten Zügen.
Ich denke, dass sich das Ergebnis sehen lassen kann.
Fertig gebürstet liegen sie nun da...
... und hier sollen sie hinein. Jedes Rohr wird einzeln durch eines der Löcher der Rohrwand geschoben. Da wir uns hier in der Rauchkammer befinden, nennt sich diese Wand auch Rauchkammerrohrwand.
Achtung Technik-Einschub:
Wie sie sehen, hat der Seppl neben den vielen kleineren Heizrohren auch weniger größere Rauchrohre. Das liegt daran, weil der Seppl eine sogenannte Heißdampflokomotive ist. In diesen größeren Rauchrohren sind nämlich die sogenannten Überhitzerrohrschlangen untergebracht. Der Dampf wird dadurch außerhalb des eigentlichen Kessels überhitzt, indem er durch den Überhitzerrohrsatz geleitet wird, welcher wiederum von den Rauchgasen des Feuers in der Feuerbüchse beheizt wird.
Im Bild oben sehen wir auch den Dampfsammelkasten (oben zwischen Rohrwand und Schornstein), an dessen Unterseite diese Überhitzerrohrschlangen angeschlossen werden. Dabei hat der Dampfsammelkasten noch auf seiner Rückseite den Nassdampf-Eingangs-Anschluss, von wo aus der Dampf aus dem Kessel durch den Dampfregler in den Sammelkasten strömt. Auf der Vorderseite befindet sich der Heißdampf-Ausgangs-Anschluss (im Bild oben links und rechts vom Schornstein teilweise zu sehen). Von diesem Heißdampf-Ausgangs-Anschluss des Dampfsammelkastens gelangt nun der überhitzte Dampf über Rohre (den sogenannten Einströmrohren), welche durch die zwei Löcher links und rechts der Rauchkammer ins freie führen (siehe Bild), zu den Dampfzylindern.
Im Dampfzylinder entfaltet nun der Dampf seine Kraft und setzt somit den Seppl in Bewegung. Nachdem sich nun der Dampf in den Zylindern entfaltet bzw. ausgedehnt hat, ist dessen Arbeit noch nicht zu Ende. Von den Zylindern gelangt der Dampf durch die Ausströmrohre, welche im Blasrohr enden, zurück in die Rauchkammer. Im Bild sehen wir das (wegen der Bauarbeiten mit einer quadratischen Platte abgedeckte) Blasrohr am unteren Rand in der Mitte. Von hier strömt nun der Dampf im Freiflug durch die Rauchkammer nach oben durch den Schornstein ins Freie und erzeugt somit noch einen Unterdruck in der Rauchkammer, welcher zur Anfachung des Feuers in der Feuerbüchse benötigt wird. Die Verbindung kommt dabei über die Heiz- und Rauchrohre zustande, womit sich der Kreis schließt.
Preisfrage (Kat. Experte): Welche Teile durchströmt der Dampf vom Kessel bis ins Freie? Preisfrage (Kat. Amateur): Was befindet sich außerhalb der eingebauten Heiz- und Rauchrohre im Betrieb? Preisfrage (Kat. Baby): Wie nennt das Vereins-Personal die Dampflok? (E) Lukas, (F) Kasperle oder (Z) Seppl
Senden sie Ihre Antwort an kontakt(ät)efz(minus)ev(punkt)de. Den Gewinnern winkt vielleicht ein schöner Preis.
Erwähnen möchte ich noch, dass durch diesen überhitzten Dampf der Seppl einen höheren Wirkungsgrad erhält, er somit leistungsfähiger wird.
Schön geordnet liegen sie da. Auf der rechten Seite die kleinen Heizrohre und links davon die größeren Rauchrohre (Ihr wisst ja nun Bescheid....).
Hier sehen wir die feuerbuchsseitige Rohrwand, auch Feuerbüchsrohrwand genannt. Es ist zu erkennen, dass bereits die unteren und die seitlichen Heizrohre eingezogen sind.
Hinter der Feuerbüchsrohrwand sieht das so aus:
Im oberen Teil in der Mitte ist der Reglersitz mit dem Dampfrohr vom Dampfregler zum Dampfsammelkasten zu sehen.
So. Der erste Teil wäre geschafft. Es ist mittlerweile Mittagszeit und der Magen meldet sich zu Wort. Weils manchen nicht schnell genug gehen kann, werden die Arbeitsmittel schon mal an Orten abgelegt, welche nicht..... ja nun egal. Hauptsache er findet sie wieder.
Die Heizrohre sind nun fast alle eingezogen. Nach der Mittagspause sind die Rauchrohre dran.
Na denn, Guten Appetit!
KAPITEL 1: Der Vormittag - Kap. 1 Kap. 2 Kap. 3
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